"Wer bist du? Ich bin Jakob. Woher kommst du? Ich komme aus Kahlwinkel!" ;) so und ähnlich ging am Montag unser (Neu-)Hebräisch-Unterricht ab, der dank übereifriger Klimaanlage geradezu frostig war.
Abends war dann Choralschola bei Bruder Josef, wo einige von uns (die Lust dazu haben) lernen, einigermaßen gregorianisch zu singen! Br. Josefs Begeisterung färbt sehr schnell ab!
Dienstag nachmittag gings mit Max Küchler, der uns gestern schon vorlas, um die Stadtmauer Jerusalems, wo er uns in brütender Hitze unermüdlich archäologische Einzelheiten erklärte... Abends verabschiedeten wir noch Pater Körner, der letzte Woche seine Islamvorlesung abgeschlossen hatte.
Donnerstag war dann die Probe-Exkursion ins Wadi Qelt, vor dem Sinai, in den wir nächste Woche Samstag fahren werden. Deshalb gibts den nächsten Post auch etwas später, da ich dann mehr als eine Woche dort in der Wüste auf Wanderschaft bin, was wirklich ein extrem einschneidendes Erlebnis sein soll, abgesehen davon, dass man hinterher stinkt wie ein Iltis... Da dies aber für alle gilt, werden wir es wohl ertragen können/müssen... Das Wadi Qelt jedenfalls war wunderschön, nach dem Sonnenaufgang stiegen wir herab und wandern bis zum Georgskloster, wo uns ein Mönch, der offenbar nur griechisch kann, empfing. Da wir uns jedoch als außerordentlich schweige- und andachtsfreundlich erwiesen, führte er uns in immer weitere Teile des Klosters. Wir wurden nämlich im Vorfeld gewarnt, dass ein Lachen zum sofortigen Rausschmiss führt, wovor wir uns dann auch geflissentlich hüteten. Also wer länger schweigt, sieht mehr!
Den nächsten Morgen mussten wir wieder sehr früh raus, sodass ich extrem müde war. Wir sind mit Professor Küchler diesmal auf den Ölberg rauf, wo wir den ganzen Tag unterwegs waren. Dort hat uns Herr Küchler stichhaltig dargelegt, dass Jesu Himmelfahrt sicher nicht bei der nahegelegenen Kapelle standfand, sondern wenn dann auf der nahegelegenen asphaltierten Straßenkreuzung...
Am Samstag nahm ich mir mit Andreas vor, endlich mal das Zentrum der hiesigen Mormonen aufzusuchen... nachdem wir aber ewig den Eingang nicht fanden, wurden wir schließlich von einer Gruppe palästinensischer Jugendlicher angepöbelt. Als sie anfingen, mit Steinen zu werfen, haben wir uns dann verzogen... - in den arabischen Teilen wird man schnell mit der schwierigen sozialen Lage konfrontiert, besonders Jugendarbeitslosigkeit. Wir wollen aber später nochmal versuchen, zu den Mormonen zu gelangen. Immerhin haben sie die größte Orgel hier in Jerusalem, mit spanischen Trompeten und so weiter.
Heute abend war ich mit vier anderen Studenten zum Abendessen bei den Mönchen hier in der Abtei. Das Essen wurde im Schweigen bei zugegeben etwas nerviger Musik eingenommen. Danach, bei der so schön benannten "Rekreation" konnte man sich bei starkem Getränk (einer der Mönche hat Cocktailmixer-Erfahrungen) noch nett unterhalten, bevor es um acht in die Komplet ging.
Tja, soweit für diese Woche! Das einzig negative: uns ist das Bier ausgegangen... für mich als Teil des Getränke-"Ausschusses" natürlich oberpeinlich...
Euer Jakob
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