Sonntag, 18. Dezember 2011

Immaculata

"makellos", unbefleckt durch die Erbsünde sei Maria von Geburt an gewesen, um als reines Gefäß für Gottes Sohn dienen zu können - tja, über derartige Einzelheiten katholischer Theologie kann man sich sicherlich streiten, aber das war jedenfalls vorigen Donnerstag der Festtag. Da wollte ich eigentlich zur Vorbereitung meiner Ortsführung nach Qumran, aber ich war wegen eines rumgehenden Virus krank... Am Freitag hatten wir dann von Sonnenauf- bis -untergang Archäologie-Vorlesung von Gunnar Lehmann. Danach war noch Rorate-Messe in der Kirche, völlig im Dunkeln, bis auf viele Kerzen. Das war wirklich sehr schön. Abends habe ich mir mit anderen noch den Film Die große Stille angesehen, wo es um ein Karthäuserkloster geht. Der Film ist ziemlich lang und ruhig, aber sehr interessant.
Am Samstag habe ich mit der schriftlichen Ausarbeitung meines Referates über Qumran begonnen, was ich immer noch mit mir rumschleppe, 15 Seiten sollen's mal werden... naja, hab ja noch Zeit. ;)
Abends gab es die Geburtstagsfeier von Tobias Jammerthal, wo Bruder Nikodemus Grog machte. Der war den meisten zu stark, so dass später viele volle Tassen rumstanden. Mit einigen anderen machte ich es mir zur Aufgabe, selbstaufopferungsvoll diese Krüge zu leeren, so dass wir bis tief in die Nacht sehr beschäftigt waren...
Am Sonntag war dann morgens wieder Messe, und es war die absolute Hölle, weil ich Ministrant war und sonntags ist ja alles ein bisschen anders im Ablauf, sodass ich erstmal alles falsch machte und so weiter. Naja, inzwischen hab ich mit Pater Elias sowieso ausgemacht, dass ich nur noch bei den Frühmessen um 7:15 ministriere, da ist man schön unter sich und es ist nicht alles so hektisch.
Joa, ansonsten hatten wir dienstags noch eine Führung auf dem Skopus-Berg und eine sehr interessante Führung von Peer durch die melkitische Kirche (die Melkiten sind eine der Orthodoxen Kirchen), mittwochs dann eine Führung durchs armenische Viertel, wo man ja sonst kaum reinkommt; das war schon sehr spannend, weil das ja innerhalb der Altstadt nochmal ein in sich abgeschlossener Komplex ist, wo auch abends die Tore geschlossen werden usw. Witzigerweise gibt es auch im Armenischen Viertel noch ein spezielles Viertelchen um einen heiligen Ölbaum, das auch rundherum abgeschlossen ist...
Am Donnerstag war dann wieder große Exkursion nach Qumran, wo ich führte, also etwa eine Stunde durch das Gelände ging und überall ein bisschen was erzählte zu den archäologischen Einzelheiten, und nach Arad, wo Lars und Steffen führten und schließlich noch nach Tel Beer Sheva, wo Gunnar Lehmann uns führte, und einige interessante Dinge auch über das moderne Beer Sheva erzählte, wo er nämlich lebt. Da dort ab und zu Raketen von Gaza reinfliegen, ist er es ganz automatisch gewohnt, nachts um 2:00, wenn der Alarm ertönt, seine Kinder zu greifen und in den Bunker zu gehen. Dies und mehreres zu dieser Problematik erzählte er also noch. Am Abend verabschiedeten sich dann noch die Gasthörer Thomas und Julia Drum von uns (insgeheim von uns nur: die Drums genannt, also mit englischer Aussprache, was soviel wie "Schlagzeug" heißt).
Gestern, Samstag war ich noch auf einer Einkaufstour in Ost-Jerusalem unterwegs und heute habe ich es mir im Kadosh, einem wunderbaren Café, zum Mittag gutgehen lassen.
Ansonsten freue ich mich auf Familienbesuch am Mittwoch!!
Euer Jakob

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