Mittwoch, 29. Februar 2012

Der Hügel des Frühlings

"Tel Aviv" wurde einmal mehr von uns besucht, diesmal mit dem gesamten Studienjahr. Obwohl die Stadt ziemlich grau und riesig aussieht auf den ersten Blick, ist es doch eine gute Stadt zum leben, wenn man sie näher kennenlernt.
Zunächst durften wir diese Woche den großen Ägyptologen Jan Assmann hören in seiner Vorlesung "Eschatologie im Alten Ägypten", darüber hinaus Ruben Zimmermann, dessen Vorlesung über das Johannesevangelium ebenfalls sehr interessant ist. Am Montag war ich dann noch mit Andreas und Brinthi im Keshet haHurva, einem kleinen, netten Restaurant nahe der Hurva-Synagoge. Keshet heißt Bogen, weil über lange Zeit nur noch ein Bogen der Hurva-Synagoge stand, bevor sie in ihrer heutigen Form wieder aufgebaut wurde. Ebenso interessant war die Synagoge auf dem Campus der Uni in Tel Aviv gebaut. Moderne Architektur kann eben doch manchmal ansprechend sein...
Letzten Dienstag sind wir einmal mehr mit Tamar Avraham unterwegs gewesen, diesmal sind wir in die nördliche Westbank gefahren und haben uns dort einige national-religiöse Siedlungen angesehen (man unterscheide ultra-orthodox und national-religiös!!).
Am Mittwoch Abend hatten wir einen Gastvortrag von Benjamin Berger über messianische Gemeinden. Die messianischen Juden sind Juden, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, sich aber mit der Geschichte der Christenheit schwerlich identifizieren können, und sich daher nicht Christen nennen, auch wenn sie in engen Kontakt mit anderen Christen stehen und selbst auch die grundlegenden Dogmen (wie die Trinität) und Sakramente (Taufe und Abendmahl) teilen. Daneben leben sie in unterschiedlicher Weise ihre jüdischen Wurzeln weiter, indem sie manche Gesetze der Tora weiter befolgen. Vor allem aber sind sie sehr charismatisch (also auf Geistesgaben ausgerichtet, mit sehr freien Gottesdienstformen) und auch missionarisch aktiv. Ich fand den Vortrag total spannend.
Donnerstags besuchte ich mit Andreas noch den ominösen Bible Hill, was einfach ein unbebauter Hügel dem Zion gegenüber ist - ein nettes Fleckchen. Ein Spaziergang in den Parks unterhalb des King David Hotels lohnt sich immer.
Nach einem ebenso entspannenden Wochenende waren wir also gestern (Dienstag) in Tel Aviv. Dort hatten wir nach einer kleinen Stadtführung ein sehr interessantes Treffen mit dem deutschen Botschafter, der uns vieles über die politischen Umstände und Taktierereien im Nahen Osten berichten konnte. Nach einer Mittagspause auf dem Campus der örtlichen Uni hatten wir eine ebenso spannende Führung im Archäologischen Institut, bevor in Jafo zu Abend aßen und wieder zurückfuhren. Die Führung im Institut war von Alexander Fantalkin. Er vertrat den großen Archäologen Israel Finkelstein, wobei er sagte: "It's difficult, I mean, there's only one Finkelstein. But there's only one Fantalkin, too." (Es ist schwierig, denn es gibt nur einen Finkelstein. Aber es gibt auch nur einen Fantalkin!) Er ist wirklich eine sehr fähige (und sehr humorvolle) Person.
Joa, mehr gibts im Moment nicht zu sagen: Auf uns wartet ein langes Wochenende, in dem einige nach Jordanien fahren werden. Ich werde mit einigen andern hier bleiben und einfach Jerusalem noch etwas genießen. :)
Bis dann, Euer Jakob

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