Samstag, 20. August 2011

Assumptio Mariae

"Himmelfahrt der Maria", damit ging am Montag unsere Einführungswoche los, dem katholischen Hochfest hier auf dem Zion, an dem Maria nach ihrem Tod von Christus in den Himmel geführt wurde. Man bekommt hier also gleich die volle Ladung an katholischen Riten, an die ich mich erst gewöhnen muss, Weihrauch, Weihwasser, aber auch schöne Psalmengesänge von Bruder Joseph, dem "Studienpräfekten" oder "Mönch zum Anfassen". Eigentlich sind aber alle Mönche sehr nett und total locker drauf. Am Dienstag Abend hatten wir auch ein nettes Gespräch mit dem Abt des hiesigen Klosters und er hat uns sehr beeindruckt mit seiner Botschaft der Ökumene und Verständigung, die er uns auf Irisch mitgab, denn er ist selbst erst seit zwei Wochen hier. Sonst redet er im Gottesdienst auch deutsch, wobei sich "die heilige Gottesmutter" mit total englischem Slang voll cool anhört.
Darüber hinaus haben wir natürlich inzwischen die nähere Umgebung erkundet, also zunächst in kleinen Gruppen die Altstadt von Jerusalem und einige Orte in der Nähe, wie Emmaus, Abu Ghosh, die Auguste Victoria Kirche, oder das Grab des Propheten Samuel.
Gestern hatten wir unseren Eröffnungsgottesdienst, den wir selbst zu gestalten hatten. Dass erst einer der eingeladenen Mönche bewusstlos zusammenklappte (wohl Sonnenstich) und unser Chorlied "Unsere wahre Heimat ist im Himmel" sich hoffnungslos schief anhörte, soll nichts unsere Kompetenzen aussagen! Es war ein sehr netter Abend, zu dem auch die Studenten des Komplementär- (eigentlich: Konkurrenz-) Programmes "Studium in Israel" eingeladen waren, wo ich noch einige Tübinger traf. In beiden Programmen stellen die Tübinger jeweils ein Drittel der Mannschaft! Ansonsten hatte unser Geburtstagskind Johannes noch eine Backstreet-Boys-mäßige Choreographie von uns zu erwarten (besser: zu befürchten), wo ich natürlich auch nicht fehlen durfte. Dann waren wir noch auf der Dachterasse und später habe ich mit Andreas noch einen Kuchen gegessen, nachts um eins, gemütlich gegenüber dem Felsendom im jüdischen Viertel.
Darüber haben wir alle auch im Haus und in der Gemeinschaft Pflichten. Ich persönlich bin im Getränkedienst (eine sehr machtvolle Position, würde ich meinen, da hier IMMER Sonnenschein ist...), in der Gruppe, die das gemeinsame Liederbuch zusammenstellt, und ab nächste Woche im Spüldienst.
Ab nächste Woche beginnen dann auch die eigentlichen Vorlesungen und Veranstaltungen. Ich bin gespannt!
vale | J

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